Thailand Catamaran Week

08.02.2012
Florian Bleisch, GER 7875

Liebe Dartsegler,
eine kleine Nachricht aus Thailand. Rob Vogelensang hat mir vorgeschlagen, hier mitzusegeln, das war wohl am Gardasee.
Damals schien mir die Sache zu dekadent, und ich fasste sie nicht ins Auge.
Doch dann erzählte ich in Berlin dem neuen Dartsegler Hans Kniepkamp davon und er war so begeistert, das wir beschlossen gemeinsam hinzufahren. Er sollte bei mir vorschoten. Das Boot wurde von Rotterdam im Container verschifft, Rob hat es nach dem Ausklang in Steinhude mitgenommen, und wird es zum Auftakt wieder mitbringen.
Am Freitag 3.2. wurden die Boote aus den Containern auf dem Gelände des Royal Varuna Yacht Clubs in Pattaya ausgepackt. Ich war schon eine Woche vorher in Thailand, erst einige Tage in Bangkok dann auf einer schönen tropischen Insel, Ko Chang, von wo ich den Segelclub nach eine kurzen Überfahrt, dann mit einer langen Busfahrt erreichte.
Was ich von Pattaya sah war recht abstossend, ich habe vielleicht auch nicht die besten Stellen gesehen. Doch dann kam ich in den Club, und der ist eine wundervolle, grüne, luxuriöse Insel der Ruhe (wenn nicht gerade 60 Katamaran aufgebaut werden). Ein großzügiges Clubhaus, recht modern, das Parterre weitgehend offen,gut durchlüftet, mit herrlichem Blick auf den Golf von Thailand und die vorgelagerten Inseln.
Ein Problem war, dass Hans, mein geplanter Vorschoter, kurz vor der Abreise nach Thailand einen schweren Fahrradsturz hatte, so dass er nicht mitkommen konnte.
Ich war also ohne Vorschoter, doch Garet Owen, der englische Dartsegler, der jetzt in Pattaya lebt, hat mir eine Hongkongchinesin vermittelt, die sonst F 18 segelt, und deren Partner bei dieser Regatta auch auf F18 mitmacht, allerdings nur die ersten 3 Tage. Ich hatte ausgesprochenes Glueck mit dieser Vorschoterin, ich brauchte nichts zu sagen, sie machte alles von alleine richtig, war bemerkenswert behende.
Geplant sind im Laufe einer Woche 5 Wettfahrttage, 2 Tage mit je 3 normalen Wettfahrten, 2 Tage mit einer normalen und einer Mittelstrecke um Inseln und Tonnen, und ein Tag mit Langstrecke um Inseln.
Wir wurden in eine schnelle und eine langsame Gruppe eingeteilt, die getrennt starten, getrennt gewertet werden und zum Teil unterschiedlich lange Bahnen haben.
Die ersten 3 Tage haben wir hinter uns. 12 Darts sind wir, überwiegend Niederländer und Briten, ein Boot aus Aruba, einige hier Ansässige Die Thais in meiner Gruppe segeln nur Hoble 16. In der Gruppe sind wir 24 Boote.
Der Wind in den ersten Wettfahrttagen etwas mau, 2-3 Bft. Die normalen Wettfahrten up and downs, und ich bin passabel gesegelt, Rob und Garreth meist besser. Ein Highlight fuer mich war die erste Mittelstrecke, die zwar auch Amwind- und Vorwindkurse hatte, zwischendrin aber auch schöne Halbwind- bzw. Raumschotskurse. Es war geringfügig mehr Wind als auf den Kurzstrecken, und ich konnte ihn sehr gut nutzen: An der ersten Tonne war ich schon erster Darrt, das war nicht weit nach dem Start, konnte auf Halbwind meinen Vorsprung ausbauen vor Garreth und Rob. Arbeitete mich auf Raumschots weiter vor, auch vor alle Hoble 16 und einen Nacra 16 square, so dass ich kurzzeitig das gesamte Feld führte, jedoch nur für Sekunden. Bei einer Halse an einer Raumtonne passte ich nicht auf und nahm sie zwischen die Rümpfe, hing da fest, kam nicht los, hing sicher 2-3 Minuten. Natuerlich sind eineige Boote an mir vorbeigesegelt, wahrscheinlich haemisch feixend. Doch Garreth konnte mich nicht erreichen. Es folgte noch eine lage Vorwindkreuz, um einen Leuchtturm auf Felsen herum und amWind kreuzend zurueck ins Ziel. Da waren mir die lokalen Hobiesegler, die mich ueberholt hatten, schon eine grosse Hilfe, denn sie kannten die Gegebenheiten, kreuzten hoch wie runter direkt unter Land, was wohl wegen Stroemung und Windablenkung besser war, als weit raus zu segeln.
So gelang es uns, als erste Dart die Linie zu passieren, in der berechneten Zeit nach Texel Rating wurden wir 2. Boot in der langsamen Klasse.
Nun kann ich auch gestehen, dass ich in der Wettfahrt zuvor gekentert bin, bei 3 Bft., unglaublich , pure Dummheit und Nachlaessigkeit, einfach geschlafen, so dass wir in dieser Wettfahrt nur 17. Geworden sind.

Am Montag 7.2. kam die Langstrecke. Geringfuegig weniger Wind als am Vortag, 17 Meilen um eine Grosse Insel herum und noch ein wenig Schnoerkel dazu.
Anfangs fuehrten Geoff un Jenny Lloyd aus GBR, dann uebernahm wohl Garreth die Fuhrung, hart bedraengt von Rob. Ich hatte anfangs keine Chance da ran zu kommen, dann machte ich auch noch einen falschen Schlag, der mich einen weiteren Kilometer zurueckwarf. Auf einer taktisch interessant zu segelnden Kreuz am Ufer der Insel entlang fingen wir an uns etwas zu verbessern, verbesserten uns spaeter noch weiter , fanden aber nur Anschluss an die Spitzengruppe.
Garreth siegte vor Rob und David, ich kam auf den 4. Platz, nach mir Werner Heynisch mit Erich Sonderegger.
Erstaunlich fand ich, wie gering die Zeitunterschiede zwischen den Darts nach 4 Stunden Wettfahrt waren: im fuehrenden Feld um eine Minute, selbst der letzte Dart war 10 Minuten nach dem ersten im Ziel.
In der Gesamtwertung der Darts fuehrt Garreth vor Rob, dann folge schon ich auf dem 3. Platz, Dick Gansemann aus NL, dann Angela Hendricks NL, Werner Heynisch SUI.
Fuer mich wird das schwer zu halten sein, denn nun muss ich eine neue Vorschoterin anlernen, Patricia aus NL, und kann damit erst eine Halbe Stunde vor der naechsten Wettfahrt beginnen.
Der 7.2. war frei, erst plante ich die Stadt anzuschauen. Doch erste wollte ich mich um einen Vorschoter fuer die weitere Zeit kuemmern, fand erst niemanden, selglte dann bei endlich gutem Wind, 4 Bft, einhand und hatte damit viel Vergnuegen.

fortsetzung folgt

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