Weitere Sichtweise Langstecke/Ostseepokal

12.06.2017
Valentin Fox

Wie jedes Jahr um Pfingsten herum fanden einige mutige Darts samt Crew den Weg nach Scharbeutz an der Ostsee. Dort bestreitet man traditionsgemäß gleich zwei Regatten an einem Wochenende: Die Langstrecke am Samstag und am Sonntag und Pfingstmontag den Wettkampf um den Ostseekpokal.Beide Wettbewerbe fanden für je drei Gruppen statt: die, mir persönlich viel zu schnellen, Formula 18 Boote, die allseits beliebten Darts und  Zitat "die Topcats mit zwei Gästen" (ich glaube A-Cats, obwohl ich auch Tornados sah). Jede Gruppe wurde getrennt gestartet und gewertet.

Trotz der verkürzten Langstrecke in diesem Jahr, wurde diese mit 3-4 Stunden Fahrzeit noch ihrem Namen gerecht. Zu segeln waren für die Darts ca. 17 Seemeilen Luftlinie insgesamt. Der Wind war durchgängig angenehm bei knappen bis guten 3 Bft., das Wetter bewölkt aber trocken. Der Start gegen den Wind zum "Ablaufgate" war recht nah am Strand, von da aus ging es raumschots zum Pfahl vor Brodten. Diesen gewohnt backbord liegen lassend, segelten wir suchend gen Norden, wobei vielen nicht ganz klar war, wonach gesucht wurde. Die meisten wurden aber doch fündig und umrundeten eine Untiefenmarke vor Pelzerhagen. Dort, so erfuhr ich im Nachhinein, teilte sich das Dart18-Feld in zwei Gruppen: Jene die etwas weniger lang suchen mussten, und jene, die die umliegende Natur etwas genauer in Augenschein nehmen wollten bevor sie fündig wurden. Von dort aus ging es zügig zu einer Regattaboje vor Sierksdorf (eigentlich eine normale Boje, nur wurde diese besondere Art mit dem Wort "Regatta" versehen).Auf der Zielgeraden gelang es der Vorsitzenden der niederländischen Dart18 Vereinigung Nicolette Van Gord und ihrem Vorschoter Ruud Van Gisbergen die Führung an sich zu reißen und sie bis ins Ziel zu halten. Es folgten Familie Fox vom ESC und das heimische Team aus dem gastgebenden YCSO mit Elmar Janik und Annette Wieneke.

Nachdem alle ihre Boote abgetakelt hatten, Kuchen gegessen, Bier getrunken und die Sieger gekürt waren, ließen die 15 gemeldeten Dart-Crews den Abend bei hervorragendem Catering ausklingen. Nach und nach trudelten auch die nur für den Ostseepokal gemeldeten Segler ein und bereicherten die Gesellschaft.

 Nachdem der Wind am Samstag zwar schön, aber nicht perfekt war, legte er sich am Sonntag etwas mehr ins Zeug. Er hatte aber offensichtlich die Ausschreibung nicht gelesen oder stand im Stau, denn er traf erst 2 Stunden nach dem eigentlich angesetzten Start ein. Zwar zum Leidwesen von einigen unerfahrenen und jungen Vorschotern, sowie den Unterarmen vereinzelter Blondinen, doch zu Gunsten der schwereren Teams und des subjektiven Spaßfaktors. Mit guten vier Beaufort und schmackigen Böen bis fünf ermöglichte er der Wettfahrtleitung die geplanten vier Wettfahrten durchzuziehen. Das klappte auch recht gut, bei den Darts gab es nur "kleinere" Schäden, Team Bleisch riss beispielsweise der Großhaken samt Maststückchen ab. Dank Ersatzbaum waren diese aber prompt wieder auf dem Wasser und verpassten nur eine einzige Wettfahrt. Andere Steuerfrauen/-männer verloren ihre Travellerrollen, das Gleichgewicht oder den Vorschoter, da keiner verletzt wurde aber in summa summarum nicht dramatisch.

Die Formulars (oder die freie Klasse) erwischte es nicht so gut und so konnten Interessierte einen Blick in den Innenraum eines A-Cats werfen. Mein persönliches Fazit: Zuviel Carbon. Ein Dart von innen sieht deutlich sportlicher aus (siehe Medemblik).

Am Abend ließen die Dartsegler bei einem weiteren guten Essen den Tag Revue passieren. Sogar die Sonne erfreute uns mit ihrer Anwesenheit. Ich persönlich war am Ende meiner Kräfte, weswegen ich recht fix im Bett war und vom restlichen Abend wenig mit bekam. Der Start am Pfingstmontag fand wie geplant um 10:00 statt. Das Wetter war super, strahlende Sonne aber leider musste man den Wind regelrecht suchen. Ab und an zog ein schmaler Windstreifen durch das Feld, doch meistens war eher "süddeutscher" Wind, wie ich ihn vom Ammersee gewohnt bin. Das sollte uns aber nicht vom Segeln abhalten und so kämpften die Teams aus den Niederlanden und Deutschland um die besten Plätze. Als kleine Anekdote sollten sich fast alle Teilnehmer merken, dass die Startlinie mitnichten gerade sein muss und ein Leestart immer noch von großem Vorteil sein kann (Ich hatte das auch verdrängt).

Letztendlich standen die Plätze nach insgesamt sieben Wettfahrten fest: Die niederländischen Teams um Gerbsen Ter Avest (3.) und Nicolette Van Gord (2.) schafften es aufs Treppchen, angeführt von Dream Team Bleisch, die verdient auf dem ersten Platz landeten.

Abschließend darf man dieses Wochenende im Gesamtpaket als sehr gelungen einstufen. Windtechnisch hatten wir das meiste des Spektrums dabei, wettertechnisch bis auf Ich-segle-heut-in-Badehose-Wetter auch eine bunte Auswahl an verschiedenen Luftfeuchtigkeits- und Sonnenprozenten. Zu den Seglern bleibt nicht viel zu sagen: Faire Regatten, freundliche Menschen, kein Zoff zwischen den Booten und eine Hilfsbereitschaft, die über gute Erziehung hinausgeht. Ich hoffe, dass es auch den ein oder anderen noch recht neuen Seglern gefallen hat. Last but not Least, weil am wichtigsten: Die Freiwilligen des Clubs und das Regattacomitee waren Weltklasse, da dürfte man sich einig sein. Deswegen hier noch ein dickes Dankeschön.

 

Auf bald,

Valentin Fox

GER5911

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